Dr. med. Alexander Kosarev

Privatpraxis - Hilfe bei Schmerzen

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Akuter Schmerz - Schmerztherapie in München - Dr. Alexander Kosarev

Ein akuter Schmerz ist ein Warn- und Leitsignal des Körpers, er weist auf Schäden und Verletzungen hin und zeigt den Ort dieser Schäden an. Ausgelöst wird akuter Schmerz durch thermische, mechanische oder chemische Reize - also durch Hitze oder Kälte, Durchtrennung oder starken Druck, und chemische Vorgänge.

 

Akuter Schmerz hat meist eine direkte Ursache, sehr oft ist diese auch monokausal.

 

Welche Schmerzarten gibt es?

Schmerz wird derzeit nach seiner Ätiologie in drei Arten aufgeteilt, Nozizeptorenschmerz, neuropathischer Schmerz, und Schmerz infolge funktioneller Störungen.

 

Nozizeptorenschmerz entsteht durch eine direkte Erregung der Nozizeptoren (Schmerzrezeptoren) durch eine Verletzung des Gewebes - diese Erregung kann traumatisch, entzündlich oder auch tumorös sein. Als Beispiel lassen sich Schnittwunden, Verbrennungen, Entzündungen oder Quetschungen nennen.

 

Neuropathische Schmerzen haben Ihre Ursache in einer Schädigung (oder Kompression) des peripheren oder zentralen Nervensystems - die Ursache liegt also im Rückenmark oder Gehirn). Neuropathische Schmerzen können anfallsartig oder einschließend (neuralgiform) oder auch brennend oder dumpf (kausalgiform) sein. Als Beispiele lassen sich Phantomschmerzen nach einer Amputation, Schmerzen durch virale Infektionskrankheiten oder auch Polyneuropathie nennen.

Neuropathische Schmerzen werden weiter unterteilt:

  • Evozierte Schmerzen werden durch nichtadäquate Reize hervorgerufen, also durch Reize die normalerweise keine Schmerzen auslösen.
  • Bei einer Neuralgie sind die peripheren Nerven direkt geschädigt, beispielsweise durch eine Schädigung der Markscheide (wodurch elektrische Impulse für Berührungsempfindungen aus Schmerzfasern überspringen und heftige Schmerzen auslösen), einer Schädigung der Nevenfaser (siehe auch Deafferenzierungsschmerzen), oder durch eine Durchblutungsstörung im Nerv.
  • Deafferenzierungsschmerzen entstehen bei einer kompletten Durchtrennung großer Nerven oder Nervenbahnen. Durch den Wegfall der A-beta-Fasern, welche die Weiterleitung von Schmerz hemmen, kann es zu einer Hyperaktivität der ungehemmten Neuronen kommen.
  • Der zentrale Schmerz entsteht durch Verletzungen oder Veränderungen direkt im Gehirn oder im Rückenmark.

 

Schmerzen infolge funktioneller Störungen entstehen nicht durch Verletzungen, sondern durch eine fehlerhafte Funktion eines Teilsystems des Körpers. Als Beispiele lassen sich Rückenschmerzen als Folge einer Fehlhaltung, Migräne auf Grund von Durchblutungsstörungen oder auch viele Schmerzen mit psychosomatischen Ursachen nennen.

Diese Art Schmerzen lassen sich in reflektorische und psychosomatische Schmerzen einteilen. Reflektorische Schmerzen durch Fehler in Regelkreisläufen entstehen, meist mit einem Circulus vitiosus - die Schmerzen verstärken sich selbst, beispielsweise durch Muskelverspannung ausgelöste Schmerzen, welche zu weiteren Verspannungen und Schmerzen führen. Psychosomatische Schmerzen haben ihren Ursprung in psychischen Zuständen, die schließlich körperliche Symptome auslösen. Diese Art Schmerzen sprechen meist kaum bis gar nicht auf klassische Schmerzmedikamente an, hier ist eine psychosomatische Therapie und eine Änderung der Lebensweise ratsam.

 

Besondere Arten von Schmerz - oft ohne erkennbaren Ursprung

Schmerzen im Bauchraum werden meist in viszeral oder somatisch eingeteilt. Viszerale Schmerzen sind von den inneren Organen ausgehende Schmerzen, die meist dumpf, krampf- oder kolikartig sind. Somatische Schmerzen dagegen beruhen auf einer Verletzung oder Reizung des Bauchfells und sind meist ein scharfer oder brennender Dauerschmerz. Der somatische Schmerz ist, im Gegensatz zum viszeralen Schmerz, oft leicht zu lokalisieren.

 

Der übertragene Schmerz ist ein besonderes Phänomen, bei dem Schmerzen mit Ursprung in den inneren Organen vom Gehirn auf Haut- oder Muskelareale übertragen wird. Dies hat seine Ursache darin, dass die inneren Organe und in der Nähe liegende Muskel- oder Hautareale über den selben Spinalnerv innerviert sind. Aufgrund der Seltenheit dieser Schmerzen ist hier kaum ein Lerneffekt aufgetreten, und die Schmerzen werden vom Gehirn fälschlicherweise den Haut- und Muskelarealen des selben Spinalnervs zugeordnet.